… Erfahrungen und Entscheidungen

 

Der Wechsel des Blickwinkels - auf dem Jakoksweg 2004

2004 war ich einige Wochen alleine auf dem Jakobsweg in Südfrankreich unterwegs. Der steile Weg führte hoch in die Berge. Es war heiß, ich war einsam und allein. Nach einigen Stunden kam ich an eine Weggabelung und suchte die Muschel - das typische Zeichen, das mir den richtigen Weg weisen würde.

Aber ich fand es nicht! Ich ging in die eine Richtung, sah an Büschen und Zäunen nach - nichts! Ich suchte in die andere Richtung - wieder nichts! Ich überprüfte meinen Wasservorrat und schaltete mein Handy an - kein Empfang!

Langsam wollte sich Panik in mir breitmachen. Ich fing an zu beten und setzte mich in den Schatten des Wegkreuzes. Befanden sich nicht noch weitere Pilger auf diesem Wegabschnitt? Auf sie wollte ich warten, gemeinsam würden wir den Weg doch wohl finden.
Als ich diesen Entschluss gefasst hatte, ließ ich meinen Blick schweifen. Und sah das Zeichen für den Jakobsweg direkt mir gegenüber am Zaun. Ein belaubter Zweig hatte das Schild verdeckt. Ich war so erleichtert, dass ich eine Weile brauchte, bis ich mich gesammelt hatte und weitergehen konnte.


Wenn man der Lösung eines Problems oder einer Aufgabe nicht näher kommt, genügt oft ein Moment der Sammlung und ein Wechsel des Blickwinkels!

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